St. Georgen im Attergau, Sommer 2015 Mehr zum Projekt

Zeit – eine Illusion

Ein Gedankenkonstrukt, festgemacht an Phänomenen wie Tag und Nacht. Am Ende des Tages macht es Leistung vergleichbar. Minuten vor dem Start, noch mal alles durchchecken: Fahrrad, Funktechnik, Stromerzeugung im Auto, Routebook, Akkus. Check. Endlich eine kurze Atempause, während auf der Bühne die letzten Worte der Anmoderation von Florian gesprochen werden. Begeisterung und Spannung auf dem Marktplatz sind zu fassen: Zum 7. Mal startet das härteste Ultradistanz-Radrennen Europas in St. Georgen.

Ein regelrechter Kult hat sich entwickelt, nirgendwo sonst findet man bei einer solchen Veranstaltung über die ganze Strecke verteilt immer wieder jubelnde Fan-Gemeinden.

Absolutes Ausnahme-Abenteuer

Der Start markiert den Beginn von guten 5 Tagen absolutem Ausnahme-Abenteuer: Pausen gibt es so gut wie keine, der Druck ist immens. Die Form des Radfahrers entscheidet zuletzt alles, doch auch die beste Form kann ohne ein starkes Team nicht glänzen.

If you're afraid of something, of putting yourself out there, of creating a kind of connection or a promise, that's a clue that you're on the right track. Go, do that.

Seth Godin

Etwa 2200km gespickt mit etwa 32.000 vertikalen Metern. Tagsüber fährt das Begleitfahrzeug, genannt Pace Car, immer ein gutes Stück voraus und nutzt die Wartezeit auf den nachfolgenden Radfahrer möglichst effizient. Navigation via Routebook, einkaufen, Fahrzeugpflege, Organisation der Verpflegung, Social Media, Photographie.. Um nur ein paar Aufgaben zu nennen.

Wenn die Nacht anbricht, muss das Fahrzeug dem Radfahrer immer direkt folgen, um ihn zu schützen und zu beleuchten.

Kein Meter gleicht dem anderen

Die Menge der Eindrücke scheint unendlich. Im Uhrzeigersinn das Land umrundend, geht es vom eher geschwungenen, für österreichische Verhältnisse fast flachen Burgenland über Anstiege entlang schroffer Felswände bis hin zum Großglockner, der zahlenmäßig enormsten Herausforderung im Rennverlauf.

Trotz GPS-Geräten im Begleitfahrzeug und am Fahrrad bleibt das Handbuch zur Navigation unerlässlich. Jede Wendung des Rennverlaufs ist hier festgehalten, bzw. kann durch Nachricht an die Crews mithilfe von Kennzahlen noch korrigiert werden. Im fünftägigen Rennverlauf durch Tag und Nacht ist weniges vorhersehbar.

Gut, zu wissen, was der Sportler wann braucht

Ex-Bundesligist und Team-Chef No.1 Lucian Straube gibt nach einer kurzen Verpflegungspause einen kleinen Anstoß. Im Hintergrund: Das Haupt-Begleitfahrzeug, ein VW-Bus mit Plätzen für 5, einem Regal mit allen Notwendigkeiten, Platz für eine Isomatte im Inneren und Sprechanlage auf dem Dach.

Kunde
Florian Sickel
Leistungen
Fotografie
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